PRP Haarausfall
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PRP/PRF-Behandlung bei Haarausfall — Eigenbluttherapie zur Stimulation der Haarwurzeln. Aus venösem Blut wird ein plättchenreiches Konzentrat gewonnen und multipel in die Kopfhaut injiziert. Aktivierungs-Achse: Follikel-Übergang in die Anagen-Phase, verbesserte Mikrozirkulation, Dermalpapillen-Stimulation.
PRP oder PRF? Bei der Haarausfall-Indikation ist die langsame Wachstumsfaktor-Freisetzung relevant — PRF (ohne Gerinnungshemmer) ist die bevorzugte Variante bei kontinuierlicher Follikel-Aktivierung. Beide Verfahren stehen zur Verfügung.
Indikationen: Androgenetische Alopezie (Mann und Frau), Telogeneffluvium, post-COVID-Haarausfall, diffuse Haarverluste. Frequenz: Typisch 4 Sitzungen monatlich, dann halbjährliche Erhaltung. Synergie: Kombination mit Microneedling, Polynukleotiden, Minoxidil etabliert.
Was die PRP-Behandlung bei Haarausfall ist
Die PRP/PRF-Behandlung bei Haarausfall — auch als Eigenbluttherapie der Kopfhaut bezeichnet — bringt körpereigene Wachstumsfaktoren direkt an die Haarwurzeln. Aus einer kleinen Blutprobe wird ein plättchenreiches Konzentrat gewonnen und in die Kopfhaut injiziert. Die Haarfollikel werden dadurch in eine aktivere Wachstumsphase versetzt, mikrofeine Blutgefäße werden neu gebildet, die Nährstoffversorgung der Wurzel verbessert sich.
Die Therapie ist ein etabliertes Verfahren bei androgenetischer Alopezie, diffusem Haarausfall (Telogeneffluvium) und stressbedingten Haarverlust-Phasen. Sie kann eigenständig oder in Kombination mit medikamentösen Verfahren (etwa Minoxidil-Stimulation, Antiandrogen-Therapie) angewendet werden.
Welches Verfahren bei Haarausfall sinnvoller ist
PRF — bevorzugt für die Kopfhaut-Anwendung
Bei der Haarausfall-Indikation ist die langsame Wachstumsfaktor-Freisetzung besonders relevant — Haarfollikel reagieren nicht auf einen einzelnen kurzen Stimulus, sondern profitieren von einer kontinuierlichen Aktivierung über Tage bis Wochen.
- PRF (Platelet Rich Fibrin, ohne Gerinnungshemmer) gibt Wachstumsfaktoren über mehrere Tage frei — länger anhaltende Follikel-Stimulation
- PRP (klassisch, mit Antikoagulanz) wirkt schneller, dafür kurzfristiger
- Beide Verfahren stehen in der Praxis zur Verfügung — die Wahl erfolgt nach individueller Indikation
- Wichtiger als die Methodenwahl: realistische Erwartung. PRP/PRF kann keine Wunder bewirken bei bereits abgestorbenen Haarwurzeln, sondern aktiviert vorhandene biologische Strukturen.
Die vier Behandlungsschritte
Was im Follikel-Umfeld geschieht
Die im Konzentrat enthaltenen Wachstumsfaktoren (PDGF, TGF-β, VEGF, IGF-1, FGF) aktivieren mehrere zelluläre Vorgänge am Haarfollikel:
| Effekt | Bedeutung für das Haarwachstum |
|---|---|
| Follikel-Aktivierung | Übergang von der Ruhephase (Telogen) in die aktive Wachstumsphase (Anagen) |
| Mikrozirkulation | Neue Blutgefäße verbessern Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Wurzel |
| Dermalpapillen-Stimulation | Die Zellen in der Haarwurzel werden zur Teilung angeregt — Voraussetzung für dickeres Haar |
| Antientzündliche Wirkung | Chronische Mikroentzündungen der Kopfhaut werden reduziert (relevant bei androgenetischer Alopezie) |
Für wen die Behandlung geeignet ist
| Indikation | Frequenz-Empfehlung |
|---|---|
| Androgenetische Alopezie (Mann und Frau) | 4 Sitzungen monatlich, dann halbjährliche Erhaltung |
| Telogeneffluvium (diffuser Haarausfall) | 3–4 Sitzungen im 4-Wochen-Abstand |
| Post-COVID-Haarausfall | 3–4 Sitzungen, oft mit Labor-Diagnostik (Eisen, Vitamin D, Ferritin) |
| Stressbedingter Haarverlust (Akut-Phase) | 3 Sitzungen im 4-Wochen-Abstand |
| Kombination mit Minoxidil oder Finasterid | Synergistisch — kann parallel angewendet werden, ärztliche Abstimmung |
| Bart- und Augenbrauen-Bereich | 2–3 Sitzungen, individueller Plan |
Was die Behandlung nicht ist
Vier präzise Abgrenzungen
- Keine Wunder-Therapie bei abgestorbenen Wurzeln. Wenn die Haarwurzeln bereits vollständig vernarbt sind, kann auch PRP/PRF keine neuen Haare wachsen lassen. Eine ehrliche Befund-Beurteilung im Erstgespräch klärt, was realistisch erreichbar ist.
- Kein Ersatz für Haartransplantation. Bei ausgeprägter androgenetischer Alopezie mit großen kahlen Arealen ist die operative Haartransplantation die korrekte Indikation — PRP/PRF kann hier ergänzend wirken (auch als Begleittherapie nach der Transplantation).
- Keine medikamentöse Alternative. Bei androgenetischer Alopezie sind Minoxidil und Finasterid die etablierten Standardtherapien — PRP/PRF wirkt synergistisch dazu, ersetzt sie aber nicht. Die individuelle Therapie-Auswahl erfolgt im Erstgespräch.
- Keine kosmetisch durchführbare Behandlung. Die intradermale Anwendung von Eigenblut-Konzentrat ist eine ärztliche Leistung. Kein Friseur und kein Kosmetik-Studio darf diese Behandlung anbieten.
Häufige Fragen zur PRP/PRF-Behandlung bei Haarausfall
Wie schnell ist eine Wirkung sichtbar?
Erste subjektive Veränderungen (weniger Haarausfall beim Kämmen, weniger Haare im Abfluss) sind oft schon nach 4–8 Wochen erkennbar. Sichtbares Nachwachsen und Haardichte-Zunahme entwickelt sich über 3–6 Monate — der vollständige Effekt einer 3- oder 4-Sitzungen-Serie ist typisch nach 4–6 Monaten beurteilbar.
Wie viele Sitzungen brauche ich?
Standard bei androgenetischer Alopezie: 4 Sitzungen im monatlichen Abstand, danach halbjährliche Erhaltung. Bei Telogeneffluvium oder post-COVID-Haarausfall reichen oft 3 Sitzungen. Der individuelle Plan wird nach Befund im Erstgespräch festgelegt.
Habe ich nach der Behandlung Ausfallzeit?
Direkt nach der Behandlung können Rötungen und leichte Schwellungen der Kopfhaut auftreten. Diese klingen typisch innerhalb von 24–48 Stunden ab. Auf heißes Duschen, Sport und Sauna am Behandlungstag verzichten — am Folgetag ist alles wieder möglich.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Die Injektionen in die Kopfhaut sind kurz und mit dünnen Nadeln. Auf Wunsch und je nach Befund wird mit rezeptpflichtiger Lokalanästhesie kombiniert — anästhesiologisch begleitet. Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die Behandlung als gut erträglich.
Welche Untersuchungen sind vorher sinnvoll?
Bei diffusem Haarausfall oder Telogeneffluvium empfehlen wir vor Behandlungsbeginn eine Labor-Diagnostik — insbesondere Eisen, Ferritin, Vitamin D, Schilddrüsenwerte, Vitamin B12. Häufig liegt ein behandelbarer Mangelzustand vor, der parallel zur PRP-Therapie korrigiert werden sollte. Dies ist Teil unserer Haarsprechstunde.
Kann ich PRP/PRF mit anderen Haar-Therapien kombinieren?
Ja — die Kombination mit Minoxidil (topisch), Finasterid (oral, ärztliche Verschreibung), Polynukleotide-Anwendung oder Microneedling der Kopfhaut ist sinnvoll und in der Praxis etabliert. Der individuelle Therapie-Plan wird im Erstgespräch erstellt.
Wirkt die Behandlung auch bei Frauen?
Ja — bei androgenetischer Alopezie der Frau sowie bei diffusem Haarausfall (besonders post-partum oder hormonell bedingt) ist die Wirksamkeit gut belegt. Bei Frauen wird besonders auf die Begleit-Diagnostik geachtet — siehe Haarausfall bei Frauen.
Was passiert mit meinem Blut nach der Behandlung?
Das aufbereitete Plasma wird im selben Termin sofort wieder angewendet — keine Lagerung. Nicht verwendete Reste werden nach den gesetzlichen Vorgaben fachgerecht entsorgt. Die Aufbereitung erfolgt in einem geschlossenen System unter dokumentierten Hygiene-Standards.
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