Migränebehandlung mit Botulinumtoxin Typ A
Kopfschmerz · Chronische Migräne · Zugelassene Prophylaxe
Migränebehandlung mit Botulinumtoxin
Bei chronischer Migräne — mindestens 15 Kopfschmerztage im Monat — ist Botulinumtoxin Typ A nach dem PREEMPT-Schema eine zugelassene, leitlinienkonforme Vorbeugung. In den Zulassungsstudien sank die Zahl der Kopfschmerztage um 8,4 pro Monat; unter Placebo um 6,6. Der Unterschied ist real und gesichert. Er bedeutet nicht Beschwerdefreiheit — und das sage ich vor der ersten Injektion.
Kurz beantwortet
Botulinumtoxin Typ A ist in Deutschland seit 2011 für die Vorbeugung der chronischen Migräne zugelassen — für Erwachsene mit mindestens 15 Kopfschmerztagen pro Monat über mehr als drei Monate, davon mindestens 8 mit Migränecharakter, die auf orale Vorbeugung nicht ausreichend angesprochen haben. Grundlage ist das PREEMPT-Studienprogramm: zwei randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien mit 1.384 Teilnehmenden. Behandelt wird nach festem Schema mit 31 Injektionspunkten in sieben Muskelgruppen an Kopf, Nacken und Schultern, alle zwölf Wochen. Für episodische Migräne und für reinen Spannungskopfschmerz ist die Behandlung nicht zugelassen und in der deutschen Leitlinie nicht empfohlen. Unterhalb dieser Schwelle behandle ich im Einzelfall trotzdem — off-label, nach gesonderter Aufklärung und mit klarer Ansage, dass die Studienlage dort dünner ist. Sie ersetzt keine Akuttherapie.
Praxis Dr. Thomas Ackermann · Methodische Haltung
Die Leitlinie zieht die Grenze bei 15 Kopfschmerztagen im Monat. Der Leidensdruck hält sich nicht an diese Zahl: Auch acht Tage sind acht verlorene Tage, und vier können ein Familienleben bestimmen. Deshalb gehört die Einordnung an den Anfang — zugelassene Indikation oder Off-Label-Einzelfall — und nicht das Behandlungsschema. Beides bespreche ich offen: mit den Zahlen aus den Studien, wo es sie gibt, und mit dem Satz „das ist nicht belegt“, wo sie fehlen.
— Dr. med. Thomas Ackermann · Facharzt für Anästhesiologie
Indikation · Wer profitiert, wer nicht
Die Zulassung ist eng gefasst
Sprachlicher Hinweis: Viele Patientinnen suchen nach „Botox“ — das ist der Handelsname eines einzelnen Präparats und hat sich umgangssprachlich als Sammelbegriff eingebürgert. Der Wirkstoff heißt Botulinumtoxin Typ A und ist in mehreren zugelassenen Arzneimitteln enthalten. Alle diese Präparate sind verschreibungspflichtig und werden ausschließlich nach ärztlicher Untersuchung durch den Arzt injiziert. Auf dieser Seite verwende ich durchgehend die Wirkstoffbezeichnung — gemeint ist dieselbe Behandlung, die umgangssprachlich als Botox-Behandlung bekannt ist.
| Kopfschmerzbild | Merkmale | Botulinumtoxin |
|---|---|---|
| Chronische Migräne (ICHD-3) | ≥15 Kopfschmerztage/Monat über >3 Monate, davon ≥8 mit Migränecharakter; unzureichendes Ansprechen auf mindestens drei orale Vorbeugungen (z. B. Topiramat, Betablocker, Amitriptylin, Flunarizin) oder Unverträglichkeit | Zugelassen — die Indikation dieser Seite |
| Migräne mit Spannungskomponente | ≥8 klare Migränetage plus weitere Tage mit drückendem, beidseitigem Kopfschmerz — erfüllt die Kriterien der chronischen Migräne | Zugelassen als Migränetherapie; klinisch häufig unterversorgt, weil als „Spannungskopfschmerz“ eingeordnet |
| Episodische Migräne | <15 Kopfschmerztage/Monat | Nicht zugelassen (Off-Label); Studienlage deutlich dünner; in der Leitlinie nicht empfohlen. In meiner Praxis Einzelfallentscheidung, in der Regel ab etwa acht belastenden Kopfschmerztagen im Monat — nach gesonderter Aufklärung |
| Reiner Spannungskopfschmerz | Drückend, beidseitig, ohne Migränecharakter | Nicht zugelassen (Off-Label); Einzelfallentscheidung bei mehreren Tagen im Monat, oft als Mischbild mit Migräne — siehe Spannungskopfschmerz |
| Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz | Schmerzmittel an >10–15 Tagen/Monat | Erst Schmerzmittelkarenz unter ärztlicher Begleitung, dann neu beurteilen |
Kriterien nach ICHD-3 (Internationale Kopfschmerzgesellschaft) und Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“ (DGN/DMKG, AWMF 030-057). Wer scheinbar therapieresistente „Spannungskopfschmerzen“ hat, sollte ICHD-3-konform neu befragt werden — die richtige Diagnose öffnet oft die Tür zur richtigen Therapie.
Warum ich auch unterhalb der Zulassung behandle
Die Zulassung und die Leitlinie beschreiben, wofür die Wirksamkeit in großen Studien belegt ist: chronische Migräne ab 15 Tagen. Für weniger Tage und für Spannungskopfschmerz fehlt dieser Beleg — das heißt nicht, dass es nicht wirkt, sondern dass es nicht in dieser Form untersucht ist. Was für eine Behandlung im Einzelfall spricht: Das Nebenwirkungsprofil des Wirkstoffs ist aus Jahrzehnten Anwendung gut bekannt und im Kopf-Nacken-Bereich niedrig, die Wirkung klingt nach drei bis vier Monaten von selbst ab, und der Versuch ist nach einem oder zwei Zyklen abgeschlossen — mit Kopfschmerztagebuch als Maßstab, nicht mit Gefühl. Wer sich dafür entscheidet, tut das als Off-Label-Anwendung nach gesonderter Aufklärung und ohne Zusage eines Ergebnisses. Was im ungünstigsten Fall bleibt, ist eine glattere Stirn.
Studienlage · Zahlen, kein Versprechen
Was PREEMPT gezeigt hat — und was nicht
| Endpunkt | Botulinumtoxin | Placebo |
|---|---|---|
| Kopfschmerztage pro Monat, Änderung nach 24 Wochen | −8,4 | −6,6 (p < 0,001) |
| Migränetage, Tage mit starkem Kopfschmerz, Kopfschmerzstunden, Beeinträchtigung (HIT-6) | Alle signifikant zugunsten Botulinumtoxin — Ausnahme: Anzahl der Akutmedikation-Einnahmen, kein Unterschied | |
| Halbierung der Kopfschmerztage (≥50 %) nach 12 Wochen, FORWARD-Studie | 45,6 % | 29,4 % unter Topiramat (Vergleich gegen orale Vorbeugung, nicht gegen Placebo) |
| Nebenwirkungen insgesamt | 62,4 % | 51,7 % |
| Abbruch wegen Nebenwirkungen | 3,8 % | 1,2 % |
Gepoolte Daten der beiden PREEMPT-Studien (Dodick et al. 2010, PMID 20487038; 1.384 Teilnehmende, 155–195 Einheiten alle 12 Wochen) und FORWARD (Rothrock et al. 2019, PMID 31559634). Wichtig zur Einordnung: Auch die Placebogruppe verbesserte sich deutlich — Studieneffekt, Erwartung, Regression zum Mittelwert. Der zusätzliche Effekt von Botulinumtoxin lag bei etwa 1,8 Tagen weniger pro Monat. Das klingt wenig, ist bei chronisch belasteten Patientinnen aber klinisch relevant. Die Langzeitdaten aus COMPEL (108 Wochen, 715 Behandelte) und REPOSE (europäische Praxisstudie über 2 Jahre) bestätigen Wirksamkeit und Sicherheit bei fortgesetzter Behandlung.
Sicherheitsprofil
Was Sie realistisch erwarten können
| Beobachtung | Häufigkeit | Dauer |
|---|---|---|
| Nackenschmerz, Muskelschwäche im Behandlungsbereich | häufig (1–10 %) | Tage bis Wochen, vorübergehend |
| Schmerz oder Bluterguss an Einstichstellen | häufig (1–10 %) | Tage |
| Druckgefühl an Stirn oder Nacken in den ersten Tagen | häufig | klingt von selbst ab |
| Mimik an Stirn und Schläfe ruhiger | regelmäßig — Nebeneffekt der Stirnpunkte, kein Ziel | solange die Wirkung anhält |
| Hängendes Augenlid, trockene Augen, Schluckbeschwerden | gelegentlich (0,1–1 %) | Wochen |
| Keine ausreichende Wirkung | etwa ein Drittel spricht kaum oder nicht an | nach zwei Zyklen wird die Behandlung beendet, nicht endlos fortgesetzt |
| Allergische Reaktion, systemische Effekte | selten | — |
Nebenwirkungen nach PREEMPT (Dodick 2010) und Fachinformation. Sie sind in der Regel vorübergehend, da die Wirkung nach 3–4 Monaten nachlässt. Weitere Details in der Sicherheits-Übersicht.
Häufige Beweggründe
Kommt Ihnen das bekannt vor?
„Mehr Tage mit Kopfschmerz als ohne“
Abgesagte Termine, Tage im abgedunkelten Zimmer, die Angst vor der nächsten Attacke. Wer an mehr als der Hälfte der Tage Kopfschmerz hat, hat keine „starke Migräne“ mehr, sondern eine chronische — und damit eine andere Behandlungsoption.
„Drei Tabletten zur Vorbeugung, alle abgesetzt“
Topiramat, Betablocker, Amitriptylin — wirkungslos oder mit Nebenwirkungen, die im Alltag nicht tragbar waren. Genau das ist die Voraussetzung der Zulassung. In der FORWARD-Studie brachen 51 % der Topiramat-Behandelten wegen Nebenwirkungen ab, unter Botulinumtoxin 4 %.
„Ich dachte, es ist Spannungskopfschmerz“
Viele Patientinnen ordnen ihren Kopfschmerz selbst so ein — und erfüllen bei strukturierter Befragung alle Kriterien der chronischen Migräne, oft mit zusätzlicher Spannungskomponente. Diese Mischbilder bleiben unter der falschen Diagnose unterversorgt.
Wichtig zu wissen
Was die Migränebehandlung mit Botulinumtoxin nicht ist
- Keine Akuttherapie. Sie beugt vor; eine laufende Attacke behandelt sie nicht. Triptane und Schmerzmittel bleiben — in ärztlich begleiteter Menge.
- Kein Allheilmittel. Etwa die Hälfte erreicht eine Halbierung der Kopfschmerztage, etwa ein Drittel zeigt kaum oder keine Wirkung. Wer mit Beschwerdefreiheit rechnet, wird enttäuscht; wer mit weniger und milderen Tagen rechnet, hat die realistische Erwartung.
- Kein Standard unterhalb der Zulassung. Episodische Migräne und Spannungskopfschmerz sind Off-Label: keine Zulassung, keine Leitlinienempfehlung, dünnere Studienlage. Wenn ich dort behandle, ist das eine Einzelfallentscheidung nach Aufklärung — kein Leistungsversprechen und kein Ersatz für die neurologische Abklärung.
- Keine Behandlung ohne Endpunkt. Nach zwei Zyklen (24 Wochen) wird beurteilt. Ohne relevante Besserung wird beendet, nicht fortgesetzt. Bei Wirkung kann langfristig behandelt werden; nach Jahren lassen sich längere Intervalle oder Pausen versuchen.
Ablauf
Warum diese Praxis
31 Einstiche sind eine Frage der Technik.
Die häufigste Frage vor dem ersten Termin ist nicht die nach der Wirkung, sondern die nach den 31 Einstichen. Sehr feine Nadeln, oberflächliche Injektionen, etwa 15 Minuten. In der Anästhesiologie ist die schmerzarme Injektion tägliche Routine — Einstichwinkel, Geschwindigkeit, Reihenfolge, Hautspannung. Bei 31 Punkten summieren sich diese Details.
Als Facharzt für Anästhesiologie mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin bringe ich zwei Dinge mit, die hier zählen: Routine mit anatomischen Strukturen und Injektionstechniken — und die Fähigkeit, seltene Komplikationen dort zu erkennen und zu behandeln, wo sie auftreten. Ich bin zertifiziertes Mitglied der DGBT. Bei begleitender Verspannung ergänze ich Manuelle Medizin (Zusatzbezeichnung).
Botulinumtoxin nach PREEMPT wird in Praxen selten angeboten: Es verlangt die vollständige Umsetzung aller 31 Punkte, ein festes Intervall und die Bereitschaft, über mehrere Zyklen zu begleiten. Das ist der Grund, warum Patientinnen aus Nürnberg, Fürth, Forchheim, Höchstadt und Bamberg nach Herzogenaurach kommen.
So läuft Ihr Termin ab
- Erstgespräch und Anamnese nach ICHD-3. Kopfschmerztagebuch, Migränetage, bisherige Vorbeugungen und deren Verträglichkeit, Schmerzmittelverbrauch (Übergebrauch ausschließen), Begleitverspannung. Einordnung: zugelassene Indikation oder Off-Label-Einzelfall — beides wird offen benannt. Aufklärung nach § 630e BGB. Blutverdünnende Medikamente bitte vorab angeben — und niemals eigenmächtig absetzen. Das Erstgespräch kann auf denselben Tag wie der erste Zyklus gelegt werden, wenn die Einordnung klar ist.
- Behandlung nach PREEMPT-Schema. 31 Punkte in sieben Muskelgruppen: Brauenrunzler und Nasenwurzelmuskel (Glabella), Stirnmuskel, Schläfenmuskel, Hinterhauptmuskel, Nackenmuskulatur, oberer Trapezmuskel — 155 Einheiten fest, bis 195 nach Schmerzverteilung. Etwa 15–25 Minuten. Keine Einschränkung der Fahrtüchtigkeit danach.
- Wirkungseintritt. Nach 1–4 Wochen, allmählich. Typisch ist nicht das Ausbleiben der Migräne, sondern seltenere, kürzere oder schwächere Attacken. In den ersten Tagen kann ein Druckgefühl an Stirn oder Nacken auftreten, das von selbst abklingt.
- Zweiter Zyklus nach 12 Wochen. Termine im festen Rhythmus, langfristig planbar. Kopfschmerztagebuch als Messbasis.
- Beurteilung nach zwei Zyklen (24 Wochen). Relevante Besserung → Fortführung, langfristig belegt über 2 Jahre (COMPEL, REPOSE). Keine Besserung → Beendigung und Gespräch über Alternativen, etwa CGRP-Antikörper.
Der nächste Schritt
Erst der Befund. Dann die Entscheidung.
Ob die Indikation passt, welche Vortherapien sinnvoll sind, welche Erwartung realistisch ist — das gehört in ein persönliches Gespräch. Privatpraxis in Herzogenaurach, zwölf Autominuten von Erlangen, dreißig aus Nürnberg und Fürth. Parkplätze vor der Praxis.
Häufige Fragen
Zur Migränebehandlung mit Botulinumtoxin
Wie schnell merke ich eine Wirkung?
Allmählich. Erste Effekte oft nach 1–2 Wochen, die volle Wirkung nach 4–6 Wochen. Die Beurteilung des Erfolgs erfolgt frühestens nach 12 Wochen — ein vollständiger Zyklus — und verlässlich nach zwei Zyklen. Das ist auch die Empfehlung der Leitlinie.
Wie viele Sitzungen brauche ich?
Mindestens zwei Zyklen im Abstand von 12 Wochen für die Erfolgsbeurteilung. Bei Wirkung kann langfristig fortgesetzt werden — COMPEL hat Sicherheit und Wirksamkeit über 108 Wochen bei 715 Behandelten belegt, REPOSE über zwei Jahre in europäischen Praxen. Manche Patientinnen können nach Jahren längere Intervalle versuchen oder pausieren.
Was kann ich realistisch erwarten?
In den Zulassungsstudien 8,4 Kopfschmerztage weniger pro Monat gegenüber 6,6 unter Placebo. In der FORWARD-Studie erreichten nach 12 Wochen 45,6 % eine Halbierung der Kopfschmerztage. Etwa ein Drittel spricht kaum oder nicht an. Was ich in der Sprechstunde sehe, darf ich als Erfahrungsbericht nicht wiedergeben — die Studienzahlen sind die ehrlichere Grundlage.
Ist die Wirkung im Gesicht sichtbar?
Das Schema umfasst Punkte an Stirn und Schläfe; dort kann die Mimik ruhiger wirken. Die Dosierung ist auf die Kopfschmerzprophylaxe ausgelegt, nicht auf Faltenglättung; ein maskenhafter Ausdruck entsteht bei korrekter Anwendung nicht. Falls Sie den Effekt ausdrücklich nicht möchten, lässt sich die Verteilung im Rahmen des Schemas anpassen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Bei chronischer Migräne nach den Zulassungskriterien ist es eine anerkannte Indikation. Diese Praxis rechnet nach der Gebührenordnung für Ärzte ab. Private Krankenversicherungen erstatten in der Regel bei erfüllter Indikation, abhängig vom Tarif. Gesetzlich Versicherte können die Behandlung als Selbstzahlerleistung wahrnehmen; eine Kostenerstattung nach § 13 SGB V ist im Einzelfall möglich, aber ungewöhnlich. Bei Off-Label-Behandlung unterhalb der Zulassungskriterien ist mit einer Erstattung in der Regel nicht zu rechnen. Den Kostenrahmen bespreche ich vor der Entscheidung — Übersicht unter Kosten.
Was ist mit den CGRP-Antikörpern?
Erenumab, Galcanezumab und Fremanezumab sind seit 2018 zur Migränevorbeugung zugelassen — auch für die episodische Form. Sie wirken über einen anderen Mechanismus und werden monatlich oder vierteljährlich unter die Haut gespritzt. Beide Therapien sind wirksam; die Wahl hängt von Vortherapien, Verträglichkeit, Erstattung und Präferenz ab. Ein Thema für das persönliche Gespräch — und für die Neurologie.
Kann Medikamentenübergebrauch mein Problem sein?
Wer an mehr als 10–15 Tagen pro Monat Schmerzmittel nimmt, kann einen Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz entwickeln — ein häufiger Grund für scheinbar therapieresistenten chronischen Kopfschmerz. Das muss vor einer Botulinumtoxin-Behandlung geklärt werden. Der erste Schritt ist dann eine ärztlich begleitete Schmerzmittelkarenz über mehrere Wochen.
Tut die Behandlung weh?
31 sehr feine, oberflächliche Einstiche, jeder mit einem kurzen Stich vergleichbar. Der Durchgang dauert etwa 15 Minuten. Die meisten Patientinnen empfinden es als gut erträglich; nach dem Termin können Sie direkt zurückfahren.
Hängt meine Migräne mit Kieferpressen zusammen?
Möglicherweise. Bruxismus, Spannungskopfschmerz und Migräne teilen biologische Wege und treten oft gemeinsam auf. Bei druckschmerzhaftem Kaumuskel lohnt der Blick auf das ganze Muster: Zähneknirschen · Spannungskopfschmerz.
Evidenz-Basis
Was die Studien zeigen
- Dodick DW, Turkel CC, DeGryse RE et al., 2010. OnabotulinumtoxinA for treatment of chronic migraine: pooled results from the double-blind, randomized, placebo-controlled phases of the PREEMPT clinical program. Headache 50(6):921–936. PMID 20487038. Gepoolte Analyse beider Zulassungsstudien, 1.384 Erwachsene, 155–195 Einheiten alle 12 Wochen: Kopfschmerztage −8,4 gegenüber −6,6 unter Placebo nach 24 Wochen (p < 0,001), alle sekundären Endpunkte außer Akutmedikation signifikant. Nebenwirkungen 62,4 % vs 51,7 %, Abbrüche 3,8 % vs 1,2 %.
- Aurora SK, Dodick DW, Turkel CC et al., 2010. OnabotulinumtoxinA for treatment of chronic migraine: results from the double-blind, randomized, placebo-controlled phase of the PREEMPT 1 trial. Cephalalgia 30(7):793–803. PMID 20647170. Erste der beiden Zulassungsstudien.
- Diener HC, Dodick DW, Aurora SK et al., 2010. OnabotulinumtoxinA for treatment of chronic migraine: results from the double-blind, randomized, placebo-controlled phase of the PREEMPT 2 trial. Cephalalgia 30(7):804–814. PMID 20647171. Zweite Zulassungsstudie, primärer Endpunkt Kopfschmerztage.
- Rothrock JF, Adams AM, Lipton RB et al., 2019. FORWARD Study: Evaluating the Comparative Effectiveness of OnabotulinumtoxinA and Topiramate for Headache Prevention in Adults With Chronic Migraine. Headache 59(10):1700–1713. PMID 31559634. 282 randomisierte Erwachsene, offener Vergleich mit Topiramat: Halbierung der Kopfschmerztage bei 40 % vs 12 % (mit Berücksichtigung der Abbrüche), beobachtet nach 12 Wochen 45,6 % vs 29,4 %. Abbruch wegen Nebenwirkungen 4 % vs 51 %.
- Blumenfeld AM, Stark RJ, Freeman MC et al., 2018. Long-term study of the efficacy and safety of OnabotulinumtoxinA for the prevention of chronic migraine: COMPEL study. J Headache Pain 19(1):13. PMID 29404713. Offene Langzeitstudie über neun Behandlungen in 108 Wochen: anhaltende Reduktion der Kopfschmerztage, keine neuen Sicherheitssignale.
- Davies B, Gaul C, Martelletti P et al., 2017. Real-life use of onabotulinumtoxinA for symptom relief in patients with chronic migraine: REPOSE study methodology and baseline data. J Headache Pain 18(1):93. PMID 28879545. Prospektive europäische Praxisstudie über 24 Monate in sieben Ländern einschließlich Deutschland, 644 eingeschlossene Patientinnen.
- Frampton JE, Silberstein S, 2018. OnabotulinumtoxinA: A Review in the Prevention of Chronic Migraine. Drugs 78(5):589–600. PMID 29532439. Übersicht zur Zulassung, Wirksamkeit und Sicherheit.
- Frampton JE, 2020. OnabotulinumtoxinA in Chronic Migraine: A Profile of Its Use. CNS Drugs 34(12):1287–1298. PMID 33314008. Zusammenfassung von PREEMPT, COMPEL, REPOSE und FORWARD: anhaltende, klinisch bedeutsame Verbesserung über 1–2 Jahre.
Studienangaben recherchiert über PubMed. Leitlinie: DGN/DMKG, „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“, AWMF 030-057; Klassifikation: ICHD-3 (Internationale Kopfschmerzgesellschaft). Die Zulassungsstudien wurden vom Hersteller finanziert. Die genannten Ergebnisse sind Mittelwerte über Patientengruppen — die individuelle Wirkung ist nicht vorhersagbar.
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- Sicherheit und BegleiterscheinungenÜbersicht aller möglichen Reaktionen mit Häufigkeit, Dauer und Behandlungswegen.
- Verhaltenshinweise nach der Behandlung24-Stunden- und 14-Tage-Routine.
Behandelnder Arzt
Dr. med. Thomas Ackermann
Facharzt für Anästhesiologie · Ärztliche Leitung Harmonie der Ästhetik
Die Zulassung ist eng gefasst: mindestens 15 Kopfschmerztage monatlich über drei Monate. Wer sie erfüllt, bekommt die Zahlen aus den Studien, nicht ein Versprechen. Wer darunter liegt und trotzdem leidet, bekommt eine ehrliche Einordnung — und, wenn es nach Aufklärung passt, einen Off-Label-Versuch mit klarem Endpunkt.
Hinweis nach § 630e BGB. Diese Patienteninformation dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt nicht das persönliche Aufklärungsgespräch. Indikationsstellung, Aufklärung über Wirksamkeit, Risiken, Nebenwirkungen und Alternativen sowie die Einwilligung erfolgen ausschließlich im persönlichen Termin. Die Behandlung mit Botulinumtoxin Typ A bei chronischer Migräne ist arzneimittelrechtlich zugelassen; die Anwendung erfolgt entsprechend der Fachinformation und den geltenden Leitlinien. Eine Anwendung außerhalb der Zulassung (Off-Label) — etwa bei episodischer Migräne oder Spannungskopfschmerz — erfolgt nur nach gesonderter Aufklärung über die eingeschränkte Studienlage. Bei medizinischen Notfällen wenden Sie sich an die 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117). Was Sie nach der Behandlung beachten sollten, finden Sie auf der Nachsorge-Seite zu Botulinumtoxin Typ A.
Diese Seite gibt einen ersten Überblick. Was eine Behandlung konkret für Sie bedeutet — welche Methode, welche Dosierung, welche Erwartung sinnvoll ist — gehört in ein persönliches Gespräch in der Praxis. In Ruhe, mit Befund, mit Zeit.
Harmonie der Ästhetik · Dr. med. Thomas Ackermann · Niederndorfer Hauptstraße 41 · 91074 Herzogenaurach · Telefon 09132 90 24 770


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