Migränebehandlung

Individueller Kostenplan nach Untersuchung (GOÄ)

Privatpraxis Dr. Ackermann · Herzogenaurach

Migräne mit Botulinumtoxin — zugelassene Prophylaxe der chronischen Migräne.

Bei chronischer Migräne (≥15 Kopfschmerztage pro Monat, davon ≥8 mit Migräne-Charakter) ist Botulinumtoxin Typ A in Deutschland arzneimittelrechtlich zugelassen — auf Grundlage des PREEMPT-Studienprogramms.

Die Behandlung erfolgt nach standardisiertem Schema: 31 Injektionen in 7 Muskelgruppen, alle 12 Wochen. Anästhesiologische Erfahrung mit gezielten Injektionen wirkt sich positiv auf das Behandlungserlebnis aus.

Diese Seite klärt evidenzbasiert auf: Wer profitiert, wer nicht, was die Studien wirklich zeigen — und wann ein persönliches Gespräch in der Praxis sinnvoll wird.

Patienteninformation · Privatpraxis Dr. Ackermann

Wer unter chronischer Migräne leidet, kennt die Belastung: ≥15 Kopfschmerztage pro Monat, davon mindestens 8 mit Migräne-Charakter — über Monate. Abgesagte Termine, Tage im abgedunkelten Zimmer, die Angst vor der nächsten Attacke. Viele Patientinnen haben bereits mehrere Prophylaxe-Medikamente versucht — mit unzureichendem Erfolg oder Nebenwirkungen, die im Alltag nicht tragbar waren.

Botulinumtoxin Typ A ist seit 2011 in Deutschland für die Vorbeugung der chronischen Migräne arzneimittelrechtlich zugelassen. Die Zulassung basiert auf dem PREEMPT-Studienprogramm — und ist heute eine etablierte, leitlinienkonforme Option für Patientinnen, die auf orale Prophylaktika nicht ausreichend ansprechen.

Was Sie auf dieser Seite finden

· Wann Botulinumtoxin bei Migräne sinnvoll ist — und wann nicht

· Was die PREEMPT-Studie konkret gezeigt hat (Zahlen, kein Versprechen)

· Wie die Behandlung in der Praxis abläuft (PREEMPT-Schema, 31 Injektionsstellen)

· Warum Mischbilder mit Spannungskopfschmerz klinisch besonders wichtig sind

· Was meine anästhesiologische Erfahrung dabei beiträgt

Wann ist Botulinumtoxin bei Migräne indiziert?

Die Zulassung in Deutschland (BfArM/EMA) ist eng gefasst und an klare Kriterien gebunden. Die Indikation besteht für chronische Migräne nach ICHD-3-Kriterien:

  • ≥15 Kopfschmerztage pro Monat über mehr als drei Monate
  • davon ≥8 Tage mit Migräne-Charakter (mit oder ohne Aura)
  • unzureichendes Ansprechen auf mindestens drei orale Prophylaktika (z. B. Topiramat, Betablocker, Amitriptylin, Flunarizin) oder Unverträglichkeit dieser Substanzen

Nicht zugelassen — und nicht meine Empfehlung

Bei episodischer Migräne (weniger als 15 Kopfschmerztage/Monat) ist Botulinumtoxin nicht zugelassen. Die Studienlage hier ist deutlich schwächer als bei der chronischen Form. Eine Behandlung wäre Off-Label und in den deutschen Leitlinien nicht empfohlen.

Bei reinem Spannungskopfschmerz ohne Migräne-Charakter ist Botulinumtoxin ebenfalls nicht zugelassen. Mehr dazu auf der Seite zu Spannungskopfschmerz.

Was die Studienlage zeigt — und was nicht

Die zulassungsrelevanten Daten stammen aus dem PREEMPT-Studienprogramm (Phase 3 REsearch Evaluating Migraine Prophylaxis Therapy). Zwei multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien mit insgesamt 1.384 Patientinnen und Patienten mit chronischer Migräne. Behandlungsschema: 155–195 Einheiten OnabotulinumtoxinA, alle 12 Wochen, über 24 Wochen Doppelblindphase plus 32 Wochen offene Phase.1

−8,4
Kopfschmerztage/Monat
(Botulinumtoxin nach 24 Wochen)
−6,6
Kopfschmerztage/Monat
(Placebo-Gruppe)
p<0,001
Signifikanter Vorteil
gegenüber Placebo

Wichtig zur Einordnung: Auch die Placebo-Gruppe verbesserte sich deutlich (Studieneffekt, Erwartungshaltung, regression-to-the-mean). Der zusätzliche Effekt von Botulinumtoxin lag bei etwa 1,8 Tagen weniger pro Monat — das klingt wenig, ist aber bei chronisch belasteten Patientinnen klinisch relevant. Sekundäre Endpunkte (Migränetage, Schmerzmittelverbrauch, Lebensqualität, HIT-6-Score) verbesserten sich ebenfalls signifikant.1

Die Real-World-Evidence aus europäischen Praxisstudien (REPOSE, CM-PASS, COMPEL) bestätigt diese Daten über 1–2 Jahre fortgesetzter Behandlung.2,3 Die FORWARD-Studie verglich Botulinumtoxin direkt mit dem oralen Prophylaktikum Topiramat — mit Vorteil für Botulinumtoxin in der klinischen Praxis.3

Was diese Daten praktisch bedeuten

Botulinumtoxin ist kein Allheilmittel. Etwa die Hälfte der Patientinnen erreicht eine Reduktion um ≥50 % der Kopfschmerztage. Etwa ein Drittel zeigt nur eine geringe oder keine Wirkung. Eine ehrliche Erwartungshaltung gehört zum Aufklärungsgespräch — vor jeder Behandlung.

Mischbilder: Migräne mit Spannungskomponente

In der täglichen Praxis sehe ich häufig Patientinnen, die ihre Kopfschmerzen selbst als "Spannungskopfschmerz" einordnen — bei strukturierter Anamnese aber alle Kriterien einer chronischen Migräne erfüllen, oft mit zusätzlicher Spannungskomponente.

Diese Mischbilder sind klinisch wichtig, weil sie unter der reinen Spannungskopfschmerz-Diagnose therapeutisch unterversorgt bleiben — und gleichzeitig potenziell von der zugelassenen Migräne-Therapie mit Botulinumtoxin profitieren würden.

Reine chronische Migräne

Klassische Migräne-Charakteristika: pulsierend, einseitig oder wechselnd, mit vegetativen Symptomen (Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit). Verstärkung durch Bewegung. ≥15 Kopfschmerztage/Monat, ≥8 mit Migräne-Charakter.

Botulinumtoxin: zugelassen.

Migräne mit Spannungskomponente

Häufige Konstellation: ≥8 klare Migränetage pro Monat plus weitere Tage mit drückendem, beidseitigem Kopfschmerz. Erfüllt damit die ICHD-3-Kriterien für chronische Migräne. Die Spannungskomponente begleitet, dominiert aber nicht.

Botulinumtoxin: zugelassen — als Migräne-Therapie.

Klinisch relevant

Eine sorgfältige Differenzialdiagnostik vor jeder Therapieentscheidung ist unverzichtbar. Wer scheinbar therapieresistente "Spannungskopfschmerzen" hat, sollte ICHD-3-konform reanamnestiziert werden — die richtige Diagnose öffnet oft die Tür zur richtigen Therapie.

Wie läuft die Behandlung in der Praxis ab?

Die Behandlung folgt dem zulassungskonformen PREEMPT-Schema: 31 standardisierte Injektionsstellen, verteilt auf sieben Muskelgruppen im Kopf-Nacken-Bereich.1

Injizierte Muskelgruppen (PREEMPT-Schema)

  • Musculus corrugator supercilii (Glabella) — beidseits
  • Musculus procerus (Nasenwurzel) — mittig
  • Musculus frontalis (Stirn) — beidseits
  • Musculus temporalis (Schläfe) — beidseits
  • Musculus occipitalis (Hinterkopf) — beidseits
  • Zervikale paraspinale Muskulatur — beidseits
  • Musculus trapezius (oberer Schultergürtel) — beidseits

Was Sie konkret erwartet

  1. Erstgespräch + Anamnese nach ICHD-3-Kriterien. Indikationsprüfung. Aufklärung nach §630e BGB.
  2. Behandlungstermin: 31 dünne Injektionen, etwa 15–25 Minuten. Die meisten Patientinnen empfinden die Injektionen als gut tolerabel — meine anästhesiologische Erfahrung mit gezielten Injektionen wirkt sich hier positiv auf das Behandlungserlebnis aus.
  3. Wirkungseintritt: nach 1–4 Wochen, mit allmählicher Aufbau. Erste Beurteilung nach 12 Wochen — denn so lange dauert ein Behandlungszyklus.
  4. Wiederholung: alle 12 Wochen. Erfolgsbeurteilung nach 2 Zyklen (24 Wochen) — bei unzureichender Wirkung wird die Behandlung beendet, nicht endlos fortgesetzt.

Mein anästhesiologischer Hintergrund — was er beiträgt

Als Facharzt für Anästhesiologie habe ich Routine im Umgang mit anatomischen Strukturen, Nervenverläufen und Injektionstechniken. Bei einer Behandlung mit 31 Injektionsstellen im Kopf-Nacken-Bereich ist das praktisch relevant: präzise Lokalisation, sichere Tiefe, minimale Hämatom-Risiken. Bei begleitenden Verspannungen kann eine ergänzende Manuelle Medizin sinnvoll sein.

Verlauf

Wie sich die Behandlung anfühlt — und was danach passiert

Die häufigste Frage vor dem ersten Termin ist nicht die nach der Wirkung, sondern die nach den 31 Einstichen. Die Antwort: Es sind sehr feine Nadeln, die Injektionen liegen oberflächlich, und die einzelne Einstichstelle ist mit einem kurzen Pieksen vergleichbar. Der gesamte Durchgang dauert etwa 15 Minuten.

Genau hier liegt ein Unterschied, der sich aus meiner Herkunft ergibt: In der Anästhesiologie ist die schmerzarme Injektion tägliche Routine — Einstichwinkel, Geschwindigkeit, Reihenfolge, Ablenkung durch Hautspannung. Bei einer Behandlung mit 31 Punkten summieren sich diese Details.

Was Sie realistisch erwarten können

Tag 1 bis 7: Meist noch keine Veränderung. Bei einem Teil der Patientinnen tritt in den ersten Tagen ein Druckgefühl an Stirn oder Nacken auf, das von selbst abklingt.

Woche 2 bis 4: Die Wirkung setzt allmählich ein. Typisch ist nicht das Ausbleiben der Migräne, sondern dass Attacken seltener werden, kürzer verlaufen oder schwächer ausfallen.

Nach 12 Wochen: Die Wirkung lässt nach, der nächste Zyklus steht an. Erst nach zwei bis drei Zyklen lässt sich beurteilen, ob die Behandlung bei Ihnen greift — das ist auch die Empfehlung der Leitlinie.

Eine ehrliche Einordnung gehört dazu: In den Zulassungsstudien sank die Zahl der Kopfschmerztage im Mittel um 8,4 pro Monat — in der Placebo-Gruppe um 6,6. Der Unterschied ist real und statistisch gesichert, aber er bedeutet nicht Beschwerdefreiheit. Wer damit rechnet, wird enttäuscht. Wer mit weniger und milderen Tagen rechnet, hat die realistische Erwartung.

Mögliche Nebenwirkungen

Botulinumtoxin Typ A ist gut untersucht und in der zugelassenen Dosierung in aller Regel gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind in den PREEMPT-Studien dokumentiert:1

  • Häufig (1–10 %): Nackenschmerzen, Muskelschwäche im Behandlungsbereich, Schmerzen an der Injektionsstelle, Bluterguss
  • Gelegentlich (0,1–1 %): Ptosis (vorübergehendes Hängen des Augenlids), trockene Augen, Schluckbeschwerden
  • Selten: allergische Reaktionen, systemische Effekte

Die Nebenwirkungen sind in der Regel vorübergehend (Wirkung des Toxins lässt nach 3–4 Monaten nach). Eine ausführliche Aufklärung über alle möglichen Risiken erfolgt im persönlichen Gespräch in der Praxis.

Wann diese Behandlung nicht passt

Kontraindikationen oder Situationen, in denen andere Wege sinnvoller sind:

  • Episodische Migräne (<15 Kopfschmerztage/Monat) — keine Zulassung
  • Reiner Spannungskopfschmerz ohne Migräne-Charakter — keine Zulassung
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Bestimmte neuromuskuläre Erkrankungen (z. B. Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom)
  • Bekannte Allergie gegen Botulinumtoxin
  • Akute Infektion oder Hauterkrankung im Behandlungsareal
  • Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (MOH) ohne vorherige Karenz — hier ist die Schmerzmittelkarenz der erste Schritt
Anfahrt und Einzugsgebiet

Wer kommt — und woher

Die Behandlung erfolgt in der Privatpraxis in Herzogenaurach. Von Erlangen sind es etwa zwölf Autominuten, aus Nürnberg und Fürth rund dreißig. Parkplätze stehen direkt vor der Praxis. Wer mit dem Zug anreist, erreicht Herzogenaurach über Erlangen mit dem Bus.

Ein Teil der Patientinnen kommt aus dem weiteren Umkreis — aus Forchheim, Höchstadt an der Aisch, Neustadt an der Aisch oder Bamberg. Der Grund ist einfach: Botulinumtoxin nach dem PREEMPT-Schema wird in Praxen selten angeboten. Es verlangt die vollständige Umsetzung von 31 definierten Injektionspunkten in sieben Muskelgruppen, ein festes Wiederholungsintervall und die Bereitschaft, über mehrere Zyklen zu begleiten, bevor über Fortführung oder Abbruch entschieden wird.

Was die Anfahrt planbar macht

Die Termine liegen im festen Rhythmus von zwölf Wochen — Sie können sie langfristig planen. Der Behandlungstermin selbst dauert etwa 30 Minuten, danach können Sie direkt zurückfahren; es besteht keine Einschränkung der Fahrtüchtigkeit.

Das Erstgespräch mit Untersuchung und Indikationsprüfung lässt sich auf denselben Tag legen wie den ersten Behandlungszyklus — sofern die Kriterien erfüllt sind und Sie sich nach dem Gespräch dafür entscheiden.

Als Facharzt für Anästhesiologie mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin bringe ich zwei Dinge mit, die bei einer Behandlung mit 31 Einstichen zählen: Erfahrung mit schmerzarmen Injektionstechniken und die Fähigkeit, seltene Komplikationen dort zu erkennen und zu behandeln, wo sie auftreten.

Häufige Fragen

Was berichten Patientinnen nach der Behandlung?

Individuelle Erfahrungsberichte darf ich aus rechtlichen Gründen nicht wiedergeben. Was ich sagen kann, ist die Beobachtung aus der Sprechstunde: Die meisten beschreiben keine plötzliche Veränderung, sondern ein Nachlassen der Häufigkeit. Attacken, die früher drei Tage dauerten, klingen nach einem ab. Die Angst vor der nächsten Attacke tritt in den Hintergrund. Wer nach zwei Zyklen keine Veränderung bemerkt, für den ist die Behandlung nicht geeignet — das sage ich dann auch.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Bei chronischer Migräne nach den zugelassenen Kriterien handelt es sich um eine anerkannte Indikation. In dieser Privatpraxis erfolgt die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte. Private Krankenversicherungen erstatten in der Regel bei erfüllter Indikation; die Höhe hängt vom Tarif ab. Gesetzlich Versicherte können die Behandlung als Selbstzahlerleistung in Anspruch nehmen — den voraussichtlichen Kostenrahmen bespreche ich vor der Entscheidung mit Ihnen.

Ist die Wirkung im Gesicht sichtbar?

Das PREEMPT-Schema umfasst auch Punkte an Stirn und Schläfe. Dort kann die Mimik leicht ruhiger wirken — die Dosierung ist jedoch auf die Kopfschmerzprophylaxe ausgelegt, nicht auf Faltenglättung. Ein maskenhafter Ausdruck entsteht bei korrekter Anwendung nicht. Falls Sie den ästhetischen Effekt ausdrücklich nicht möchten, lässt sich die Verteilung im Rahmen des Schemas anpassen.

Wie schnell merke ich eine Wirkung?

Der Wirkungseintritt ist allmählich. Erste Effekte zeigen sich oft nach 1–2 Wochen, die volle Wirkung nach etwa 4–6 Wochen. Die Beurteilung des Behandlungserfolgs erfolgt frühestens nach 12 Wochen (ein vollständiger Zyklus). Eine ehrliche Beurteilung nach zwei Zyklen — also 24 Wochen — ist Standard. Wenn dann keine relevante Verbesserung eingetreten ist, wird die Behandlung beendet.

Wie viele Sitzungen brauche ich?

Mindestens 2 Zyklen (à 12 Wochen Abstand) für die Erfolgsbeurteilung. Bei Wirkung kann die Behandlung längerfristig fortgesetzt werden — REPOSE und COMPEL haben Sicherheit und Wirksamkeit über 2 Jahre belegt. Manche Patientinnen können nach mehreren Jahren längere Intervalle versuchen oder die Behandlung pausieren, wenn sich die Migräne stabilisiert hat.

Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten?

Botulinumtoxin Typ A ist für chronische Migräne zugelassen und unter bestimmten Voraussetzungen GKV-erstattungsfähig — typischerweise nach Vorbehandlung mit mehreren oralen Prophylaktika und nachgewiesener Therapieresistenz. Da meine Praxis eine Privatpraxis ist, behandle ich keine GKV-Patientinnen mit Sachleistungsanspruch direkt; eine Kostenerstattung über §13 SGB V ist im Einzelfall möglich, aber ungewöhnlich. Privatversicherte und Selbstzahlerinnen können die Behandlung unproblematisch wahrnehmen. Konkrete Kostenfragen klären wir im persönlichen Gespräch.

Was ist mit den neuen CGRP-Antikörpern (Erenumab, Galcanezumab, Fremanezumab)?

CGRP-Antikörper sind seit 2018 ebenfalls zur Migräne-Prophylaxe zugelassen — auch für die episodische Migräne. Sie wirken anders als Botulinumtoxin (monoklonale Antikörper gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide), werden monatlich oder vierteljährlich subkutan injiziert. In Direktvergleichen sind beide Therapien wirksam; die Wahl hängt von individuellen Faktoren ab (vorherige Therapien, Verträglichkeit, Erstattungssituation, persönliche Präferenz). Das ist ein Thema für das persönliche Gespräch.

Was ist medikamenteninduzierter Kopfschmerz — und kann das mein Fall sein?

Wer mehr als 10–15 Tage pro Monat Schmerzmittel einnimmt, kann einen Medication-Overuse-Headache (MOH) entwickeln. Das ist ein häufiger Grund für scheinbar therapieresistenten chronischen Kopfschmerz — und muss vor einer Botulinumtoxin-Behandlung adressiert werden. Eine Karenz von Schmerzmitteln über mehrere Wochen, mit ärztlicher Begleitung, ist hier der erste Schritt.

Eine zugelassene, evidenzbasierte Therapie ist kein Versprechen für jeden. Aber für die richtige Patientin im richtigen Stadium kann sie spürbar verändern, was vorher nicht zu verändern schien. Genau deshalb gehört die ehrliche Indikationsprüfung an den Anfang — nicht das Behandlungsschema.
— Dr. med. Thomas Ackermann

Persönliches Aufklärungsgespräch

Was eine Behandlung mit Botulinumtoxin konkret für Ihre Migräne bedeutet — ob die Indikation passt, welche Vortherapien sinnvoll sind, welche Erwartung realistisch ist — gehört in ein persönliches Gespräch in der Praxis. In Ruhe, mit Befund, mit Zeit.

Termin online vereinbaren
09132 90 24 770

Verwandte Inhalte

Studien & Quellen

  1. Dodick DW, Turkel CC, DeGryse RE, et al. OnabotulinumtoxinA for treatment of chronic migraine: pooled results from the double-blind, randomized, placebo-controlled phases of the PREEMPT clinical program. Headache. 2010;50(6):921–936. doi:10.1111/j.1526-4610.2010.01678.x
  2. Frampton JE, Silberstein S. OnabotulinumtoxinA: A Review in the Prevention of Chronic Migraine. Drugs. 2018;78(5):589–600. doi:10.1007/s40265-018-0894-6
  3. Frampton JE. OnabotulinumtoxinA in Chronic Migraine: A Profile of Its Use. CNS Drugs. 2020;34(12):1287–1298. doi:10.1007/s40263-020-00776-8
  4. Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS). The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition (ICHD-3). 2018. ichd-3.org
  5. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. AWMF-Registernummer 030-057. register.awmf.org
Hinweis nach §630e BGB: Diese Patienteninformation dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt nicht das persönliche Aufklärungsgespräch nach §630e BGB. Die individuelle Indikationsstellung, die Aufklärung über Wirksamkeit, Risiken, Nebenwirkungen und Alternativen sowie die Einwilligung erfolgen ausschließlich in einem persönlichen Termin in der Praxis. Die genannten Studienergebnisse sind statistische Mittelwerte über Patientengruppen — die individuelle Wirkung ist nicht vorhersagbar. Die Behandlung mit Botulinumtoxin Typ A bei chronischer Migräne ist arzneimittelrechtlich zugelassen; die Anwendung erfolgt entsprechend der Fachinformation und nach den geltenden Leitlinien (DGN/DMKG, AWMF 030-057). Bei medizinischen Notfällen wenden Sie sich an die 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117).