Infusionsmedizin
Eine Infusion ist kein Lifestyle-Produkt, sondern ein medizinischer Eingriff. Deshalb gibt es bei mir keine Vitamin-Mischungen auf Zuruf — sondern zuerst die Frage: Liegt ein Mangel vor, und ist die intravenöse Gabe der richtige Weg, ihn zu beheben?
Erst der Befund, dann die Infusion
Viele Beschwerden, die als „Erschöpfung“ oder „Leistungstief“ beschrieben werden, haben messbare Ursachen. Mein Vorgehen ist deshalb immer gleich: gezielte Labordiagnostik, ärztliche Einordnung der Werte — und erst dann die Entscheidung, ob überhaupt substituiert werden muss, und auf welchem Weg. Wie eine strukturierte Abklärung aussieht, lesen Sie im Beitrag Ständig müde und erschöpft oder direkt beim Erschöpfungs- und Vitalstoff-Check.
Eine intravenöse Gabe ist sinnvoll, wenn …
- ein Mangel im Labor nachgewiesen ist,
- die orale Einnahme nicht vertragen wird, nicht möglich ist oder nachweislich nicht ausreicht (z. B. bei Resorptionsstörungen),
- oder ein zügiger Ausgleich medizinisch begründet ist — etwa bei der intravenösen Eisengabe nach gesichertem Eisenmangel.
… und wann nicht
- ohne Laborbefund, „auf Verdacht“ oder als Wellness-Ritual,
- wenn die orale Einnahme gleichwertig funktioniert — bei intaktem Magen-Darm-Trakt ist das der Regelfall,
- wenn der erhoffte Effekt wissenschaftlich nicht belegt ist.
In diesen Fällen rate ich ab — und sage das auch so.
Das Setting: Anästhesiologie und Notfallmedizin
Jede intravenöse Therapie kann — selten, aber real — Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Sie gehört deshalb in ein Umfeld, das dafür ausgerüstet ist: ärztliche Indikationsstellung und Aufklärung, fachgerechte Anlage des venösen Zugangs, Betreuung während der gesamten Infusion und eine vollständige Notfallausstattung in der Praxis. Als Facharzt für Anästhesiologie mit notfallmedizinischer Tätigkeit sind Venenzugänge, Kreislaufüberwachung und der Umgang mit kritischen Situationen mein originäres Fachgebiet — kein Zusatzangebot.
So läuft es ab
- Gespräch und Labor: Anamnese, gezielte Blutwerte — keine ungerichteten 20-Parameter-Panels.
- Befundbesprechung: Was ist auffällig, was nicht — und was folgt daraus?
- Behandlung nur bei Indikation: oral, wenn möglich; intravenös, wenn medizinisch begründet — unter Überwachung.
- Verlaufskontrolle: Werte nachmessen statt dauerhaft „auffüllen“.
Abrechnung als Selbstzahlerleistung nach GOÄ — transparent im persönlichen Gespräch, abhängig von Befund und Aufwand.
Häufige Fragen zur Infusionsmedizin
Brauche ich vorher Blutwerte?
Ja. Eine Substitutions-Infusion ohne Befund ist in meiner Praxis nicht vorgesehen — erst messen, dann behandeln.
Ist eine Infusion wirksamer als Tabletten?
Bei intakter Aufnahme über den Darm in der Regel nicht. Die intravenöse Gabe umgeht die Resorption — sie ist dann sinnvoll, wenn diese gestört ist, orale Präparate nicht vertragen werden oder ein zügiger Ausgleich medizinisch begründet ist.
Welche Risiken gibt es?
Möglich sind lokale Reizungen an der Einstichstelle und — selten — Unverträglichkeits- oder allergische Reaktionen. Genau deshalb finden Infusionen hier unter ärztlicher Überwachung und mit vollständiger Notfallausstattung statt.
Was kostet eine Infusion?
Die Kosten richten sich nach Befund, Präparat und Aufwand und werden nach GOÄ berechnet. Sie erfahren sie vorab im persönlichen Gespräch — ohne Pauschalen.
Wo beginne ich bei anhaltender Erschöpfung?
Mit der Abklärung, nicht mit der Infusion: Ständig müde und erschöpft — Ursachen und Abklärung und der Erschöpfungs- und Vitalstoff-Check.
„Harmonie heißt für mich: dem Körper nichts zu geben, was er nicht braucht — und das, was er braucht, sicher.“
Dr. med. Thomas Ackermann, Facharzt für Anästhesiologie
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